Verwöhnmoment im Mineralbad & Spa Rigi Kaltbad

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die über die Weihnachtszeit nicht arbeiten müssen. In diesen kalten und manchmal auch trostlosen Tagen bietet sich ein Besuch im Spa an. Da ich selber jahrelang in diesem Bereich gearbeitet habe – in „normalen“ Wellnesshäusern, sowie aber auch in 5 * Spa Hotels – bereitet es mir immer wieder grosse Freude solche auszuprobieren. Wie mein Tag im Mineralbad & Spa Rigi Kaltbad war, lest ihr hier.

Die Idee kam mir und meiner besten Freundin drei Tage vor dem geplanten Wellnesstag. Es war ein Samstag und dazu auch noch ein Tag vor Weihnachten. Ich hatte schon Angst keinen Termin mehr zu bekommen, geschweige denn für zwei Personen, da die Planung doch ziemlich kurzfristig war.

Über die Homepage (http://www.mineralbad-rigikaltbad.ch) hatte ich einen ersten Einblick bekommen. Nebst dem üblichen Tageseintritt, wurden auch Verwöhnmomente und Arrangements, inkl. Hotelübernachtung, angeboten. Nach dem ich alle Angebote genau geprüft hatte, entschieden wir uns für den Verwöhnmoment „Wohlfühlmoment Rigi“. Dieser kostete CHF 147.00 und beinhaltete den Tageseintritt, eine Ganzkörper Öl Massage, ein  Badetuch und ein Glas Prosecco. Ich wollte dann also direkt über den „Reservation“ Button unsere Termine reservieren, doch das System zeigte mir nur noch eine freie Massage um 18.00 Uhr an. Also rief ich dort an, um nachzuhaken, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Der Anruf wurde relativ schnell beantwortet, was für mich schon ein gutes Zeichen war. Es war jedoch sehr schwierig die Dame am anderen Ende zu verstehen, da die Hintergrundgeräusche extrem laut waren (woher die Geräusche kamen, kann ich mir bis jetzt nicht erklären, da der Empfangsbereich bei unserer Ankunft sehr ruhig war. Dazu komm ich aber noch im weiteren Verlauf.) Nun gut, ich fragte also nach dem Wohlfühlmoment Rigi für zwei Personen. Die Dame konnte mir einen Termin für zwei Massagen um 12.00 Uhr anbieten. Ich wollte die Behandlung aber gerne später haben. Die Mitarbeiterin erklärte mir dann, dass sie schon komplett ausgebucht seien, also sagte ich für die angebotene Uhrzeit zu. Sie notierte sich meinen Namen und meine Handynummer, dann war das Telefongespräch schon beendet. Das Telefonat war für mich im Allgemeinen nicht sehr zufriedenstellend. Es gab keine Erklärungen dazu, was genau wir mitnehmen mussten, es wurde weder nach dem Namen, noch nach dem Geschlecht der zweiten Person gefragt und es wurde nicht abgeklärt ob wir eine Masseurin oder ein Masseur wünschen.

Die Anfahrt war einfach. Wir hatten uns fürs Auto entschieden, da wir mit wenig Verkehr rechneten. Das Mineralbad befand sich auf dem Berg und dort kam man nicht mit dem Auto hin. Auf der Homepage unter der Rubrik „Anreise“ war aber alles gut erklärt. Von Zürich aus fuhren wir eigentlich alles auf der Autobahn, bis wir dann Richtung Weggis und Vitznau rausfuhren. Von da an waren die Rigibahnen immer wieder gekennzeichnet und wir konnten sie nicht verfehlen. Nach der Autobahn fährt man die Hauptstrasse entweder bis Weggis (von dort aus reiste man mit der Luftseilbahn) oder bis Vitznau (von dort aus reiste man mit der Zahnradbahn). Wir reisten mit der Zahnradbahn.

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Das ist die Station Vitznau. Auf demselben Platz, direkt gegenüber von diesem Gebäude, befindet sich der Schalter, um die Tickets für die Zahnradbahn zu kaufen. Die Ticketpreise sind unglaublich hoch. Wir waren wirklich ein wenig geschockt. Die Verkäuferin riet mir eine Tageskarte zu kaufen, da ein Hin -und Retourticket mehr gekostet hätte. CHF 50.00 kostete mich die Tageskarte (inkl. Skilift etc.). Dafür, dass wir nur eine Station gefahren sind und am Abend wieder zurück, ohne irgendwelche Skilifte zu benutzen, fand ich den Preis mehr als überteuert. Auf der Homepage war aber überall angemerkt, dass alle Preise exklusive Fahrkarte zu verstehen sind.

An der Station Rigi First angekommen, wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht begrüsst.

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Beim Gang zum Spa entdeckten wir auch schon das Aussenbad, welches als Attraktion des Spas gilt.

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Von der Station läuft man ca. 100 m bis zum Eingang des Mineralbads.

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Die Empfangshalle war gross und hell. Als wir angekommen sind, war es ausgesprochen ruhig. Wie im ersten Abschnitt erwähnt, hatte ich am Telefon laute Hintergrundgeräusche gehört, ich schrieb diese den Föhnanlagen zu. Bei dir Ankunft sah ich aber, dass der Bereich zum Spa hin durch Glasscheiben abgegrenzt sind. Ich persönlich empfand unseren Empfang als überhaupt nicht herzlich. Die Empfangsmitarbeiterin hatte uns kaum angeschaut. Sie fragte kurz nach dem Namen der Reservation und guckte dann nur noch in ihren Bildschirm. Obwohl sie meinen Namen nun kannte, sprach sie mich aber nicht damit an. Das finde ich ein absolutes No Go.

Oberhalb des Empfangs war eine Tafel angebracht, auf der man sehen konnte, zu welchen Zeiten noch freie Behandlungstermine zu haben waren. Ich sah, dass sie noch Massagen für die Uhrzeiten 14.00 Uhr und 16.00 Uhr frei hatten. Obwohl ich am Telefon danach gefragt hatte, wurden mir diese Zeiten nicht angeboten. Sie reichte uns dann je ein Badetuch und erklärte uns kurz und knapp, also wirklich kurz und knapp, den Aufenthalt und wann wir wo sein mussten für die Massage. Auch hier wurde nicht gefragt ob wir einen Masseur oder eine Masseurin wollten. Dann wurden wir reingelassen. Auf ein Lächeln oder einen herzlichen Gesichtsausdruck wartete ich vergebens. Das finde ich sehr schade, da man sich so nicht sehr willkommen fühlt.

Naja, davon wollten wir uns den Tag aber nicht verderben lassen. Wir gingen also in den Innenbereich. Dort durften keine Fotos gemacht werden, daher möchte ich euch an dieser Stelle auf die Galerie des Kaltbades verweisen. Dort könnt ihr euch durch die Bilder klicken und sehen wie es im Bad aussieht.

http://www.mineralbad-rigikaltbad.ch/galerie.asp

Vom Empfang aus kamen wir direkt zu den Garderoben. Alles war sehr gross, hell und überschaubar eingerichtet. Es gab sehr viele Schränke, welche auch geräumig sind. Da im Bad fast alle Gegenstände, wie zum Beispiel auch das Handy, verboten sind, schlossen wir alles dort ein und nahmen schlussendlich nur unser Badetuch (oder den Bademantel, wenn man einen hat) mit. Die obere Etage erschien als Badeareal. Es gab ein riesiges Schwimmbecken und nebenan einige Liegen, auf denen es man sich gemütlich machen und die Aussicht auf die Berge geniessen konnte. Das Schwimmbecken ist ausgestattet mit mehreren Sprudeldrüsen. Wir konnten den Sprudel im Liegen, im Stehen oder im Sitzen geniessen. Das Wasser war angenehm warm und lud zum Verweilen ein. Von hier aus konnten wir auch in das Aussenschwimmbad rüber schwimmen und die wunderbare Bergluft und die Aussicht geniessen.

Anschliessend entschlossen wir uns für eine Entdeckungstour in der unteren Etage. Dort fanden wir einen Ruheraum mit Blick in den Garten und direkt dahinter das Dampfbad, eingebettet in Glasscheiben. Das Dampfbad ist keine textilfreie Zone und durfte nur mit Badekleidung betreten werden. Das Dampfbad hatte wirklich einen sehr tollen Duft. Allerdings war leider nichts betreffend der Temperatur oder des Duftes aussen angeschrieben, was mich definitiv störte, da sich die Temperatur sehr viel wärmer anfühlte als es in einem Dampfbad sein sollte. Direkt neben dem Ruheraum und dem Dampfbad befand sich der Zugang zu den Massageräumen und zu der Sauna. Dieses Areal war erst ab 16 Jahren begehbar und die Sauna ist eine textilfreie Zone. Hier konnten wir auch vom angebotenen Wasser und Tee profitieren. Schliesslich entdeckten wir in diesem Bereich auch das Kristallbad, welches leider ein bisschen enttäuschend war. Auf den Bildern in der Galerie sah es viel spektakulärer und interessanter aus.

Da hier auch der Wartebereich für die Massage war, blieben wir gleich sitzen. Wir wurden um 11.59 Uhr abgeholt. Behandlungsbeginn war um 12.00 Uhr. Ich stutze als wir von einem Mann und einer Frau abgeholt wurden. Wie schon gesagt, wurden wir bei zwei Möglichkeiten nicht nach unseren Präferenzen gefragt, das heisst eine von uns wurde von einem Masseur massiert. Das geht wirklich gar nicht. Sowas muss unbedingt im Voraus abgeklärt werden, nicht jede Frau lässt sich gerne von einem Mann massieren! Mir machte es nichts aus, aber es geht um den Service und um den Gedanken an den Kunden, der hier definitiv nicht vorhanden war.

Wir wurden von den Beiden in den Massageraum geführt. Die Einrichtung war angenehm, schlicht und einfach. Die Raumtemperatur war sehr angenehm. Dann sagten die beiden uns, dass wir alles ausziehen sollten. Ich fragte nach einem Einwegslip und da meinten die beiden Masseure, dass die sowas nicht hätten. Das fand ich auch sehr, sehr fragwürdig. An einem Ort, wo man baden geht und die Badekleidung auch nass ist, sollte man sowas anbieten. Abgesehen von den ethischen Gründen. Ich wollte mich nicht nackig auf die Liege legen und musste also wohl oder übel in meiner nassen Badehose bleiben. Die beiden Therapeuten gingen nicht raus, damit wir uns abziehen konnten. Das war für mich und auch für meine Freundin sehr unangenehm. Als ich mich dann auf die Massageliege legte, viel mir ein weiterer Punkt auf, den ich so einfach nicht zumutbar fand. Die Liege war weder mit einem Tuch, noch mit etwas anderem bedeckt worden. Wir lagen auf der baren Oberfläche. Selbst wenn die Liegen desinfiziert werden nach der Behandlung, ist das alles andere als hygienisch. Ausserdem ist es auch kein angenehmes Gefühl voller Öl auf einer Plastikoberfläche zu liegen.

Mein Masseur, fing die Behandlung mit einer schönen Einstimmung an. Durch leichte Dehnungen des Körpers, nahm er Kontakt auf. Ich schätze Therapeuten, die in dieser Art und Weise beginnen, sehr. Er startete mit der Rückenmassage. Die Bewegungen waren sehr schnell und hektisch, was nicht gerade für die absolute Entspannung sorgte. Es war keine Wohlfühlmassage, sondern eher eine klassische Massage. In diesem Moment konnte ich aber gut damit leben, da ich wirklich schlimme Verspannungen hatte und er einige davon gekonnt löste. Jeder Griff sass und er wusste definitiv was er machte. Falls man aber den Wohlfühlmoment suchte und entspannen wollte, war das eindeutig nicht das Richtige. Eine gut gelungene und angenehme Überraschung war der Abschluss der Massage mit heissen Steinen. Sehr, sehr toll gemacht. Dann kam die Vorderseite dran. Hier kamen auch eine Decollete, Gesichts -und Kopfmassage dazu, was ich super toll fand, da es auch als Ganzkörpermassage deklariert wurde. Auch hier wurde die Massage wieder durch heisse Steine abgeschlossen. Die Massage dauerte ein bisschen mehr als 50 Minuten. Die Therapeuten waren freundlich und haben sich sehr Mühe gegeben.

Nach der Massage sind wir zum Mittagessen ausserhalb des Mineralbades aufgebrochen. Wir hatten auf der Gratalp gegessen. Wir mussten nur fünf Minuten zu Fuss gehen und das Essen war echt super lecker. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte absolut. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

 Hier die Website: http://www.skiliftgratalp.ch/beizli.html

Den Rest des Nachmittages haben wir im Bad und im warmen Wasser verbracht. Das Spa war überhaupt nicht überfüllt, was sehr angenehm war. Es war sehr ruhig und man konnte sich vollkommen entspannen. Der einzige negative Punkt, den ich hier noch anzubringen hatte, war das wir nur ein Badetuch zur Verfügung hatten. Das Tuch war nach dem Mittagessen schon völlig durchnässt und nicht mehr brauchbar. Ein Neues bekam man jedoch nur gegen einen Aufpreis. Für den Eintrittspreis sollte schon ein zweites, trockenes Badetuch drin liegen. Als wir uns dann für den Aufbruch fertig machen wollten, fiel mir auf, dass in den Duschen weder ein Duschgel, noch ein Shampoo zur Verfügung gestellt war. Auch hier sah ich Verbesserungspotential.

Alles in Allem, haben wir einen schönen Tag im Mineralbad & Spa Rigi Kaltbad genossen. Allerdings würde ich wahrscheinlich kein zweites Mal dahin fahren, da gibt es viele andere Spas in der Nähe, die preislich auf der gleichen Stufe stehen, aber meiner Meinung nach besser sind. All die erwähnten Sachen, waren genau die kleinen Sachen, die meinen Aufenthalt nicht zu einem speziellen Aufenthalt gemacht haben, sondern eben nur zu einem netten Aufenthalt.

Zum Schluss möchte ich noch eine Mitarbeiterin hervorheben, die unseren Aufenthalt ein bisschen schöner gemacht hat: Antoinette Schmid. Danke für dein Lächeln, deine Freundlichkeit und deine Aufmerksamkeit, die man sich als Gast genau so wünscht, wie du sie uns geschenkt hattest.

Ich danke euch für euer Interesse:)

xoxo corinne